Das schottische Hochlandrind (Highland-Cattle)


      Rassebeschreibung:

Das Highland Cattle ist kleinrahmig, ca. 120cm hoch bei einem Gewicht von ca. 500 kg. Mit seinem langen Fell ist es absolut winterfest und es benötigt keinen Stall. Regen und Wind können den Naturpelz nicht durchdringen; selbst Schnee bleibt auf dem isolierenden Haarkleid liegen. Die Stärke einer Highlandkuh ist das ohne Hilfe auf der Weide geborene Kalb, das dann natürlich am Euter der Mutter aufgezogen wird. Kalbungen können problemlos auch bei minus 20 C und bis ins hohe Kuhalter von 15 bis 20 Jahren erfolgen. Mit seinen dekorativen Hörnern, die bis zu 1,60 m Spannweite erreichen können, und seinen schmucken langen Haaren zieht es den Betrachter in seinen Bann...


      Zuchtgeschichte:

Die Rinderrasse Highland Cattle wird seit über 200 Jahren in Schottland gezüchtet. Regen und heftige Stürme bei steinigen und wenig ergiebigen Weiden im Sommer und sehr lange und harte Winter ohne besondere Zufütterung und Stall sind die extremen Lebensbedingungen im schottischen Hochland und auf den vorgelagerten Inseln für die Rinder. So entstanden die besonderen Eigenschaften des schottischen Hochlandrinds:

Härte, Langlebigkeit, Gutmütigkeit und stark ausgeprägte Mutterinstinkte. Die Kühe gebären ihre Kälber selbstständig im Freien und ernähren sie bis zu einem Jahr ausreichend.


      

      Herkunft:

Das Highland-Cattle stammt von den westlichen Highlands im Norden Schottlands und den diesem Gebiet vorgelagerten Inseln. Sein Vorfahre ist der keltische Ochse. Seit mehr als 150 Jahren wird die Rasse in ihrer jetzigen Form gezüchtet. Kaum ein anderes Hausrind hat seine charakteristischen Merkmale über einen so langen Zeitraum in unveränderter Form beibehalten. Insbesondere Kleinbauern bevorzugen diese Tiere, weil sie auch im Winter keinen Stall benötigen. Die Rinder wurden das ganze Jahr im Freien gehalten. Für ihre Besitzer waren sie Milch-, Fleisch- und Fellproduzenten. Darüber hinaus wurden sie als Zugtiere vor den Wagen und den Pflug gespannt. Das ausgekämmte Haar wurde zum Stricken, zur Polsterung und zur Filzherstellung verwendet. Aus den Hörnern werden noch heute Kämme, Essbestecke, Eierbecher und Ziergerät hergestellt. Im Gegensatz zur intensiven Rindermast wachsen die Tiere durch den Weidegang und die damit verbundene viele Bewegung langsamer, liefern aber ein Fleisch ganz besonderer Qualität.


      Besonderheiten:

Wegen seiner Anspruchslosigkeit wird das Highland-Cattle an vielen Orten zur Landschaftspflege eingesetzt. So findet man es sowohl auf kargen, nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Flächen zur Verhinderung von Erosion als auch in Parklandschaften zur Rasenpflege mit Kostenerstattung über das Fleisch. Wissenschaftliche Untersuchungen in Kanada haben ergeben, dass sich Schottische Hochlandrinder noch bei Kältegraden halten lassen, bei denen andere Rinderrassen sich nicht mehr vermehren oder nicht einmal überleben können. Kälber wurden im tiefen Schnee geboren und gesäugt, sie überlebten Temperaturen bis minus 45° Celsius. Highland-Cattle, die den Aufenthalt im Freien gewohnt sind, meiden selbst bei größter Kälte den Stall. Jedoch setzen die Tiere ab einer bestimmten Grenze ihre Energie zur Erhaltung der Körperwärme und nicht mehr zum Wachstum ein.


      Mutterkuhhaltung - ein urwüchsiges Verfahren der Rindfleischerzeugung:

Im Rahmen der Mutterkuhhaltung werden die Kühe weder gemolken, noch werden Kuh und Kalb, wie sonst üblich, unmittelbar nach der Geburt getrennt. Vielmehr säugt jede Kuh ihr Kalb 8 bis 10 Monate lang. Während der Aufzuchtperiode nimmt ein Kalb rund 3000 kg Vollmilch auf. Als Zusatzfutter steht im Winter vorwiegend Heu und in den Sommermonaten ausschließlich Weidegras zur Verfügung. Dieses naturnahe Aufzuchtverfahren gewährleistet eine ungestörte Entwicklung der Kälber. Im Gegensatz zur intensiven Rindermast wachsen die Tiere durch den Weidegang und die damit verbundene viele Bewegung langsamer, liefern aber ein Fleisch ganz besonderer Qualität.



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